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(Fern-)Studium und Kind passen gut zusammen- aber wie?

Aus eigener Erfahrung und aus Erzählungen von FreundInnen und KommilitonInnen kann die Familiengründung während eines Studiums sehr passend sein, aber auch sehr anstrengend. Trotzdem entscheiden sich nicht wenige Mütter und Väter dafür, in der Elternzeit (https://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/studieren-in-elternzeit-keine-zeit-fuer-latte-macchiato-12533828-p2.html) ein (Fern-)Studium zu beginnen. Es hört sich ja auch sehr verlockend an, die arbeitsfreie Zeit für die eigene Weiterbildung zu nutzen. Zudem hat man dann neben dem Windelnwechseln, Brei kochen und Kinderwagenschieben den perfekten, geistigen Ausgleich. Und wenn einem das Studium und das Lernen dann auch noch liegt und das Kind gerne und problemlos um 19 Uhr abends schlafen geht, kann man doch noch ohne Probleme ein Fernstudium wuppen, oder?

Nun kommen wir aber leider zur bitteren Realität. Die wenigsten Mütter und Väter sind direkt nach der Geburt fit genug, um wieder im Hörsaal zu sitzen oder am Schreibtisch. Der extreme Schlafmangel macht frisch gebackene Eltern zu geistig eingeschränkten Zombies. Stillen und die Hormonumstellung können Mütter zur Verzweiflung und in die Vergesslichkeit treiben. Und wie soll man in den rar gesäten ruhigen Momenten studieren, wenn man doch selber so müde und ausgepowert ist? Natürlich kann es auch sein, dass das Kind in den ersten Monaten total pflegeleicht ist und 18 Stunden am Tag schläft. Perfekt, oder? Und dann fängt es dann plötzlich mit dem Fremdeln an oder treibt einen mit wilden Krabbelaktionen in den Wahnsinn. Das sind übrigens alles Geschichten, die ich selber erlebt habe oder bei Freunden miterleben durfte!

Aber spätestens, wenn du diese Probleme und Auswirkungen in den Griff bekommst, z.B. weil du routinierter geworden bist, merkst du, dass du trotzdem ein Vereinbarkeitsproblem hast. Denn woher bekommst du genügend Zeit für das Lernen, Klausuren schreiben und die Präsenzphasen im Studium? Irgendwann reichen die ergaunerten 30 Minuten während des Mittagsschlafes nicht mehr aus. Spätestens zur Klausurphase oder zur Einreichung einer Studienarbeit musst du auch mal länger am Stücke lernen, schreiben oder recherchieren. Vielleicht musst oder willst du auch bald wieder arbeiten, weil das Elterngeld nicht reicht oder aus anderen Gründen. Wie kannst du weiterhin Studium und Kind miteinander vereinbaren?

In diesem Blogposts findest du fünf Tipps, damit du auch weiterhin mit Kind oder Kindern studieren kannst.

Tipp Nr. 1: Suche dir deine freien Stunden und nutze sie effektiv fürs Lernen und für Pausen

 Bevor du dein Studium und deine Tage planen kannst, musst du wissen, wie viel Zeit du überhaupt zur Verfügung hast. Das hört sich einfacher an als es ist, vor allem wenn man ein oder mehrere Kinder zu Hause hat. Denn natürlich ist das Verhalten und die Ansprüche deiner Kinder unberechenbar! Jeder weiß, wie es ist, wenn das Kind vom glücklich sabbernden Baby zum schreienden Zahnungsmonster wird und du keine freie Minute mehr hast.

Schaue dir trotzdem an, wann dein Kind normalerweise (!) schläft oder wann du es betreuen lassen kannst. Versuche deine Studienzeiten fest einzuplanen und mindestens 40-50 % Pufferzeiten einzurechnen. Und vergiss die Pausen und Erholungszeiten nicht (Link). Sei aber nicht frustriert, falls du sehr flexibel deinen Zeitplan anpassen musst oder du deine Planung nicht einhalten kannst.

Wenn du dich noch mehr mit dem Thema Zeitmanagement, Effektivität und Achtsamkeit beschäftigen möchtest, schaue doch mal in meiner Fernrohrbibliothek vorbei (Link).

Tipp Nr. 2: Sichere dir die Unterstützung in der Familie

Wenn du einen Partner hast, dann hole ihn oder sie unbedingt mit an Bord. Je nach Auslastung kann er oder sie das Kind beschäftigen oder im Kinderwagen herumfahren. Auch Wickeln, Füttern und Schlafen legen kann eine Entlastung sein.

Wenn du alleinerziehend bist, kannst du vielleicht Hilfe aus deiner Ursprungsfamilie, deinem Freundeskreis oder dem Kindsvater holen? Alles hilft und entlastet dich.

Wichtig ist, dass du nicht alles alleine schaffen musst und solltest. Denn „es braucht ein Dorf, um ein Kind großzuziehen“!

Außerdem ist es immer vorteilhaft, wenn deine Familie deine Studienpläne unterstützt. Dein Studium sollte nicht die niedrigste Priorität im Familienalltag bekommen. Natürlich ist es in Ordnung, wenn du in Krankheitszeiten oder wenn das Kind noch sehr klein ist, im Studium kürzertrittst. Denn es ist so: Dein Leben, deine Prioritäten. Aber wenn du erfolgreich dein Studium abschließen willst, musst du dem Studium irgendwann wieder eine höhere Priorität einräumen. Dann und nur wird dein Studium in der Familie ernst genommen und auch unterstützt!

Tipp Nr. 3: Suche dir anderweitig Hilfe (Betreuung, finanzielle Hilfe, etc.)

Natürlich ist das meine private und eigene Meinung, aber ich sage es trotzdem: Deinem Kind wird es nicht schaden, wenn es „fremdbetreut“ wird. Suche dir Hilfe „von Außen“, wenn du in der Familie nicht genügend Unterstützung bekommst. Suche dir eine Krippe, Tagesmutter o.ä. . Und du hast trotzdem noch die Möglichkeit, dir Hilfe ins Haus zu holen für eine 1:1-Betreuung. Die Hilfe von WELLCOME steht wirklich jedem offen und ist bezahlbar. Du kannst auch eine geringere Gebühr erwirken, falls du nicht genug verdienst. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht und ohne die Babysittingstunden durch unsere liebe Wellcome-Lady, hätte ich meine Masterarbeit nicht so schnell schreiben können.

Oder wie wäre ein Babysitter aus der Nachbarschaft oder eine Kinderfrau, wenn das Budget größer ist? 3 oder 4 Stunden freie Zeit können für den Anfang schon Wunder bewirken! So kommst du auch wieder in einen Lern- oder Schreibrhythmus rein, was jetzt bitter nötig ist!

Die Fernuniversität Hagen bzw. die ASTA der Fernuni bietet z.B. den Minicampus (link) an, in dem Babies und Kinder während der Seminare oder Klausuren betreut werden können. Daneben gibt es die Kinderlernwoche des Asta der Fernuni, in der die Kinder ebenfalls betreut werden und ihr in der Zwischenzeit auf dem Campus lernen könnt. Vielleicht bietet eure Universität etwas Ähnliches an oder ihr könnt es selber mithilfe des Asta oder des Familienservicebüros auf die Beine stellen?

Übrigens zeigt diese Übersicht des Studentenwerkes Gießen beispielhaft für Hessen, welche Mittel ihr vor und nach der Geburt des Kindes beantragen könnt.

Tipp Nr. 4: Lege deinen Perfektionismus ab

Natürlich willst du erfolgreich als StudentIn, Mutter oder Vater und im Job sein. Am liebsten möchtest du alles 100%ig erledigen und nur die besten Ergebnisse erreichen. Aber ganz ehrlich: Das kann niemand schaffen. Nun ja, zumindest nicht, ohne in Richtung eines Burnout zu „segeln“. Hier mein Rat: Lege deinen Perfektionismus ab und gestehe dir auch mal zu, dass du nicht alles schaffen kannst. Man kann leider im Studium mit Kind (und Job) nicht auch noch unendlich viele Hobbys und mehrere Fernreisen haben und dabei noch dem Nobelpreis gewinnen.

Wieso musst du denn alles auf einmal schaffen? Vielleicht kannst du ein paar deiner Hobbys auf Eis legen oder kurz pausieren? Und: Erwarte keine 1er Noten in der ersten Zeit mit deinem Kind und belege nur die Mindestanzahl an Modulen oder Kursen, falls möglich. Und vor allem: Erwarte nicht den perfekten Haushalt, ein perfektes Aussehen oder die Idealfigur. Das ist gerade total unwichtig und all das kannst du auch später angehen.

Und: Delegiere, wo du kannst. Vielleicht kann dein Mann oder deine Frau die Wäsche und den Haushalt übernehmen? Kannst du dir vielleicht sogar eine Haushaltshilfe oder eine Putzfrau leisten?
Und noch ein Tipp: Nutze die Paretoregel und erreiche mit 20 % des Aufwandes 80 % der Ergebnisse.

Tipp Nr. 5: Baue dir ein Netzwerk auf oder trete einem Netzwerk bei

Wenn du dir ein Netzwerk aus befreundeten Eltern aufbaust, kannst du im Studium viel flexibler werden. Wenn du z.B. eine Klausur hast, kannst du wie eine Bekannte von mir, das Baby bei einer Freundin im Nebenraum lassen. Oder wenn die Kinder im Notfall von der KiTa oder Tagesmutter abgeholt werden müssen, könnte das dann auch jemand aus deinem Netzwerk übernehmen.

Ich kenne auch das Beispiel von 3 Müttern, die ihre Kinder im Kleinkindalter gegenseitig aufpassen. So kannst du z.B. an zwei Tagen in der Woche etwas fürs Fernstudium tun und musst nur im Gegenzug an einem Tag in der Woche auf mehrere Kinder aufpassen. Das ist nicht nur kostenlos, sondern auch eine perfekte 1:3 Betreuung!

Das Internet bietet dir allgemein tolle Möglichkeiten an, dich zu vernetzen, z.B. in Mastermindgruppen. Es gibt ebenfalls verschiedene Gruppen für studierende Mütter/ Eltern auf Facebook. Die Fernes Studium-Gruppe auf Facebook ist ein gutes Beispiel dafür. Vielleicht findest du ja Eltern in der Nähe, die gegenseitig die Kinder babysitten möchten, oder einfach nur Austausch zu allen Themen rund ums Studium mit Kind.

Das Thema Wellcome hatte ich ja schon oben angesprochen. Eine Alternative sind die sogenannten Wunschgroßeltern. Das sind ältere Menschen, oft schon im Ruhestand, die gerne Bestandteil einer Familie werden wollen oder sich gerne mit Kindern umgeben wollen. Teilweise sind sie kinderlos oder sehen ihre eigenen Enkel aufgrund der Distanz selten. Hier ist es eine Möglichkeit, eine Annonce in der Zeitung aufzugeben und z.B eine Wunschoma auf 400 Euro-Basis ähnlich einem Babysitter zu suchen. Aber auch viele karitative Einrichtungen vermitteln Wunschgroßeltern, z.B. das Diakonische Werk Hannover (https://www.diakonisches-werk-hannover.de/beratung-leistung/menschen-in-aelteren-jahren/grosselterndienst/). Einfach mal nach „Wunschoma+ Wohnort“ googeln.

 

Ich hoffe, die Tipps haben dir gefallen und du kannst sie gut umsetzen. Für Unterstützung und Hilfe bei deiner individuellen Studienplanung mit Kind biete ich 1:1-Planungssessions an. Das Kennenlerngespräch (25 Minuten per Zoom) ist kostenlos. Du kannst hier deinen Terminwunsch angeben und bald persönlich mit mir über deine herausforderungen im Studium mit Kind sprechen!

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Wenn du noch weitere heiße Tipps und Tricks rund um das Thema Studium mit Kind (und Job) hast, kann du ihn gerne in den Kommentaren posten.

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