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Ein Interview mit Steffen Kirchner, Motivationstrainer

Wir alle brauchen Motivation, um unsere Aufgaben im Fernstudium oder Alltag angehen zu können. Nur was sind die Hintergründe von fehlender Motivation? Und was kannst du dafür tun, dass du motivierter und erfolgreicher im Fernstudium wirst?

Dazu habe ich Steffen Kirchner, einen bekannten Motivationsexperten, befragt.

 

Steffen Kircher

Steffen Kircher

Seine einzigartigen praktischen Erfahrungen auf allen drei Ebenen des
Hochleistungs- und Spitzensports – als aktiver Sportler, Manager und Mentaltrainer– haben ihn dazu befähigt, sein Wissen heute als gefragter Keynote Speaker und Coach an zahlreiche Unternehmen, Privatpersonen und Spitzensportler im gesamten deutschsprachigen Raum weiter-zugeben. Steffen Kirchner zählt zu den bewegendsten Topspeakern im deutschen Markt und setzt neben fundierter Information vor allem auf Emotion. Ihm geht es primär darum, seine Zuhörer zu inspirieren. Daher haben seine Impuls-vorträge sehr viel informativen Wert, aber auch einen hohen Unterhaltungsfaktor. Denn nur auf der Basis von Emotionen und Begeisterung können nachhaltige Veränderungsprozesse
in Gang gesetzt werden.

Website: https://steffenkirchner.de/mehrwert/erfolgsoffensive-sl

 

 

 Hier das Interview:

 

Woher kommt Motivation? Kommt sie von innen oder von außen? Ist sie anerzogen?

Unser Gehirn verfügt über Emotionszentren, die auf jede Art von Signalen oder Reizen reagieren. Das heißt, jeder Reiz, der von außen kommt, wird im limbischen System bewertet. Man kann sagen, das limbische System ist unsere emotionale Bewertungsinstanz im Kopf. Sie sorgt dafür, dass zum Beispiel Belohnungszentren, Angstzentren oder Schmerzzentren aktiviert werden. Wir reagieren dann entweder mit den zwei typischen Reflexen: Fight or Flight, also Kampf oder Flucht. Kampf bedeutet in diesem Fall „Hin-zu-Motivation“, Flucht steht für „Weg-von-Motivation beziehungsweise Demotivation. Das ist ja auch eine Art der Motivation. Auslöser der Reaktionen können sowohl interne als auch externe Reize sein, also ein persönlicher Anreiz, aber auch etwas, das ich beobachte oder das jemand sagt. Motivation wird also intrinsisch von innen oder außen getriggert und sorgt für eine Reaktion hin zu oder weg von etwas.

 So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich sind ihre Motive. Wir haben zwar alle Lebensmotive, emotionale Bedürfnisse wie der Wunsch nach Anerkennung oder ein Statusstreben. Die sind aber individuell stark ausgeprägt. Drei Faktoren spielen dabei eine Rolle:

1. Die Genetik: Es gibt Anlagen, die sind genetisch festgelegt, wie zum Beispiel unser Sicherheitsbedürfnis. Manche haben auch ein „Kriegergen“. Menschen, die das haben, sind zum Beispiel eher kampflustig.

2. Die Erziehung: Das, was man von den Eltern und seiner Umgebung mitbekommt, spielt schon eine Rolle. Es ist aber nicht so, dass wir dann für immer „programmiert“ sind und so in die Welt geschickt werden.

3. Persönlichkeitsentwicklung: Lebensmotive können sich verändern, durch die Lebenssituationen oder eine Weiterentwicklung der Persönlichkeit. Gehen wir mal davon aus, dass deine ganze Familie als Angestellte gearbeitet hat. Du durchbrichst aber dieses Muster und bist die erste Selbstständige. Deine Persönlichkeit, hat sich durch eine Entscheidung weiterentwickelt.

 

 

Wie viel Anteil hat das Unterbewusstsein am Erfolg und der Motivation?

 

Rein wissenschaftlich lässt sich diese Frage nicht beantworten. Dann gäbe es nämlich kein Unterbewusstsein, weil wir es nicht greifen oder lokalisieren können. Fakt ist aber, dass es etwas gibt, was einen Großteil der Emotionen und der Wahrnehmung steuert. Damit findet Motivation auch zum großen Teil unbewusst statt, ohne dass wir das steuern können. Denn Motivation ist keine Fähigkeit und kann somit auch nicht trainiert werden. Sie ist ein Potenzial, von dem manche viel, manche weniger mitbringen. Trainieren kann ich nur die Volition, also die Willenskraft, die ich brauche, um die Motivation in ein Ergebnis umzusetzen. Motivationsschwankungen sind eigentlich Volitionsschwankungen, also Schwankungen in der Umsetzungskraft. Wenn ich etwas mache, das ich nicht will, ist diese Kraft eher schwach.

 

 

Sind FernstudentInnen motivierter als andere Menschen?

Es gibt keine Menschengruppe, die typisch motivierter sind als andere, nur einzelne Menschen. FernstudentInnen brauchen aber mehr Willenskraft. Sie müssen eigenverantwortlicher arbeiten, sich selber organisieren können und vieles mehr. Dafür ist ein hohes Maß an Motivation, aber auch an Willenskraft nötig. Und die kann man ja trainieren.

 

Wie kann man seine Motivation im Fernstudium erhöhen? Kannst du uns ein paar Tipps geben?

Dafür sollte man die Willenskraft trainieren und als Grundlage eine Inspiration finden – Die Energiequelle für die Motivation. Wer keinen Traum hat, der tut sich auch schwer, langfristig Motivation aufzubauen. Ein Fernstudium mache ich ja nicht aus reinem Selbstzweck, weil ich auf der Welt bin. Grundsätzlich, wenn ich etwas erreichen will, brauche ich eine Vision und die sollte möglichst inspirierend sein. Das kann zum Beispiel sein: Wie soll mein Leben in fünf oder zehn Jahren aussehen. In welchem Thema möchte ich Experte sein und etwas für die Welt oder die Menschen bewirken. Jemand, der inspiriert ist, hat kein Motivationsproblem.

Wie kann man seine Motivation im Fernstudium erhöhen? Könnten sie ein paar Tipps geben?

Dafür sollte man die Willenskraft trainieren und als Grundlage eine Inspiration finden – Die Energiequelle für die Motivation. Wer keinen Traum hat, der tut sich auch schwer, langfristig Motivation aufzubauen. Ein Fernstudium mache ich ja nicht aus reinem Selbstzweck, weil ich auf der Welt bin. Grundsätzlich, wenn ich etwas erreichen will, brauche ich eine Vision und die sollte möglichst inspirierend sein. Das kann zum Beispiel sein: Wie soll mein Leben in fünf oder zehn Jahren aussehen. In welchem Thema möchte ich Experte sein und etwas für die Welt oder die Menschen bewirken. Jemand, der inspiriert ist, hat kein Motivationsproblem.

Wie kann man nachhaltig, also längerfristig, motiviert bleiben?

Dafür braucht man Inspirationen und Visionen.

 

Gibt es Tipps und Tricks, wie man seine Gedächtnisleistung optimieren kann?

 

 Natürlich, mit Gedächtnistraining, gesunder Ernährung und viel Schlaf. Es ist wirklich sinnvoll in Gedächtnistraining zu investieren. Das kostet anfangs etwas Zeit und man kann es nicht nur aus Büchern lernen. Am besten, man gönnt sich auch ein Seminar. Denn Gedächtnistraining ist ein Erlebnisgut. Nicol Jahns oder Gregor Staub kann ich sehr empfehlen.

 Wichtig ist auch, Energiekiller zu reduzieren. Angst und Stress zum Beispiel. Stress zum Beispiel blockiert die Prozesse im Gehirn. Wir umgeben uns auch oft mit Menschen, die Energie fressen, so genannten Energie-Vampiren. Von denen sollte man sich trennen

 

 

Wie kann man erfolgreich im Fernstudium sein, ohne seinen Job und Familie zu vernachlässigen und auszubrennen?

 

Hier kommt wieder das bereits angesprochene, gute Zeitmanagement zum Tragen, wie zum Beispiel die Blockmethode. Im Kleinen kann das auch die Pomodoro-Technik sein, die Arbeit in 25-Minuten-Blöcke aufteilt.

 

In jedem Fall muss die Vision im Ablauf einen Block bekommen. Der gehört in den Kalender eingetragen. Gibt Dir jeden Tag einen Termin für Dich selbst. Da steht dann das Thema Studium oder was auch immer geplant ist, auf dem Plan. Ich plane zum Beispiel oft diese Zeit für viele Wochen durch. Den Rest organisiere ich drum herum. Gut ist, diesen Block als Erstes zu vergeben – eine Entscheidung dafür treffen, ihn in den Tagesablauf einzuplanen. Diesen Zeitblock schaufelst du dir dann immer frei. Manchmal bedeutet das, auch einmal Dinge loslassen zu müssen, die viel Zeit brauchen.

 

Mein größter Fehler bei meinem Fernstudium war, dass ich gleichzeitig noch zwei Jobs hatte. Ich war Tennisprofi und eine Tennisschule und habe Sportmanagement studiert und für einen Volleyball-Bundesliga-Club gearbeitet. Nach meinen Arbeitstagen von mindestens zehn Stunden wollte ich dann noch was fürs Fernstudium tun. So funktioniert das aber nicht. Nach einer Zeit habe ich das verändert und einen festen Zeitblock eingeplant. Zwischen 17 und 19 Uhr war Fernstudium-Zeit.

 

 

Danke für das tolle Interview und die zahlreichen Tipps, Steffen!

 

 

 

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