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Wie manage ich meine Zeit im Studium oder Weiterbildung? Vier ExpertInnen und acht Antworten auf die dringlichsten Fragen!

Stellt ihr euch auch immer die Frage, wie ihr eure ganzen Aufgaben im (Fern-)Studium oder Weiterbildung in euer Leben quetschen sollt? Eigentlich unmöglich, aber mit Zeitmanagement soll ja das Unmögliche möglich sein.

Ja, Zeitmanagement ist ein großes Thema bei (Fern-)StudentInnen. Nur leider ist das Thema sehr abstrakt und nicht greifbar ohne konkrete Tipps und Erfahrungen, oder? Daher habe ich vier ZeitmanagementexpertInnen nach ihren Tipps und Erfahrungen gefragt. Ich habe mich über die ausführlichen Antworten gefreut und lasse jetzt mal die ExpertInnen zu Wort kommen.

© Benjamin Floer, Ivan Blatter, Raffael Fastner, Petra Schmidt

Hier die Fragen, die ich den beiden Experten und den beiden Expertinnen gestellt habe:

1.) Unterscheidet sich das Zeitmanagement von (Fern-)StudentInnen vom Zeitmanagement anderer Gruppen, wie z.B. von Selbstständigen?

2.) Gibt es spezielle Zeitmanagementtechniken oder – tools, die sie (Fern-)StudentInnen besonders empfehlen können?

Wie manage ich meine Zeit im Studium oder Weiterbildung? Vier ExpertInnen und acht Antworten auf die dringlichsten Fragen!

Stellt ihr euch auch immer die Frage, wie ihr eure ganzen Aufgaben im (Fern-)Studium oder Weiterbildung in euer Leben quetschen sollt? Eigentlich unmöglich, aber mit Zeitmanagement soll ja das Unmögliche möglich sein.

Ja, Zeitmanagement ist ein großes Thema bei (Fern-)StudentInnen. Nur leider ist das Thema sehr abstrakt und nicht greifbar ohne konkrete Tipps und Erfahrungen, oder? Daher habe ich vier ZeitmanagementexpertInnen nach ihren Tipps und Erfahrungen gefragt. Ich habe mich über die ausführlichen Antworten gefreut und lasse jetzt mal die ExpertInnen zu Wort kommen.

© Benjamin Floer, Ivan Blatter, Raffael Fastner, Petra Schmidt

Hier die Fragen, die ich den beiden Experten und den beiden Expertinnen gestellt habe:

1.) Unterscheidet sich das Zeitmanagement von FernstudentInnen vom Zeitmanagement anderer Gruppen, wie z.B. von Selbstständigen?

2.) Gibt es spezielle Zeitmanagementtechniken oder – tools, die sie FernstudentInnen besonders empfehlen können?

Experte Nr. 1 Ivan Blatter: „Ich erlebe es häufig, dass die Pausen weggelassen werden“

 

1.)

Studierende haben generell einen sehr großen Freiraum bei der Zeitgestaltung. Das ist bei Fernstudierenden einerseits noch ausgeprägter, andererseits aber genau auch nicht so. Was meine ich damit?

Viele Menschen entscheiden sich für ein Fernstudium, weil ein klassisches Studium wegen weiterer Verpflichtungen nicht möglich ist. Viele Fernstudierende kümmern sich gleichzeitig um die Familie und/oder haben einen „normalen“ Job. Damit ist das Zeitfenster für das Studium eher klein und muss gut geplant sein. Gleichzeitig entfällt ein großer Teil der klassischen Struktur eines Studiums, die hilft, die Aufgaben im Studium zu erledigen. Es gibt deutlich weniger Präsenzveranstaltungen, Lerngruppen etc. So besteht die Gefahr, dass sich Fernstudierende um ganz viele Dinge kümmern – aber nicht um das Studium. Bei einer Ausbildung gibt es außerdem keine klassischen Fälligkeiten wie im Berufsleben oder wie bei Selbstständigen, sondern es gibt Deadlines oder Abgabe-/Prüfungstermine, die meistens in sehr weiter Zukunft liegen. Auch das führt zu höherer Prokrastination als in anderen Berufen. Damit sind bei Fernstudierenden die größten Herausforderungen vermutlich die Prokrastination und das knappe Zeitbudget neben den anderen Verpflichtungen.

2.)

Je größer die zeitliche Freiheit, desto größer die Gefahr, Dinge aufzuschieben. Deshalb ist es sinnvoll, sich einen Rahmen zu setzen, innerhalb dessen man sich entfalten kann. Der Rahmen darf aber nicht einschränken, sondern sollte eine Orientierung geben. Dieser Rahmen kann aus Routinen bestehen. So könnte man ein regelmäßiges Zeitfenster für das Studium einplanen, beispielsweise immer eine Stunde vor dem Job oder am Dienstag und Donnerstag Abend für drei Stunden. Diese Zeiten sind heilig und werden nur in absoluten „Notfällen“ verschoben oder abgesagt. Es ist wichtig, sich in diesen Zeiten auch völlig zurückzuziehen und alle Unterbrechungen zu eliminieren (also Smartphone auf stumm, Türe schließen etc.). Für ein Studium muss man sich ja auch längere Zeit auf ein Thema fokussieren können. Um genug Power für diese Zeiten zu haben, sind gute und regelmäßige Pausen ein absolutes Muss! Ich erlebe es häufig, dass die Pausen weggelassen werden, je mehr man zu tun hat – und das ist ja bei Fernstudierenden der Fall. Das ist aber ein schwerer Trugschluss! Jede Minute, die in eine gute Pause investiert wird, kommt später in Form von höherer Konzentration, Effektivität und Effizienz mehrfach zurück. Als Faustregel kann man sich an diesem Rhythmus orientieren: Alle 45 Minuten eine kurze Pause (5 Minuten), alle 90 Minuten eine etwas längere Pause (15 Minuten), alle 3-4 Stunden eine große Pause (1 Stunde).

 

© Ivan Blatter

https://ivanblatter.com/

Expertin Nr. 2 Cordula Nussbaum: „Suchen Sie sich Gleichgesinnte“

1.)

Ja, denn meist stemmen die Studenten das Fernstudium ja zusätzlich zu einer beruflichen Tätigkeit. Das heißt, während Selbständige sich noch „normale“ Arbeitszeiten einrichten könnten, und es sich so organisieren könnten, dass sie Feierabend und Wochenende frei haben, konzentriert sich das Lernen im Fernstudium meist genau auf die „Auszeiten“. Und das macht es umso wichtiger zu sehen, wann bin ich wirklich fit? Statt sich sklavisch jeden Abend hinzusetzen und zu pauken, obwohl der Kopf müde ist, wäre es viel sinnvoller sich abends zu erholen und am Wochenende einen Tag zu lernen. Und super wäre es, sich immer mal wieder einen Urlaubstag zu nehmen, und diesen zum Lernen zu nutzen.

Was beiden Gruppen gemein ist (Selbständige und Fernstudenten) ist die Freiheit der Zeiteinteilung. Das ist einerseits eine gute Botschaft, weil wir die Freiheit haben zu lernen (oder zu arbeiten) wann immer wir wollen. Doch darin liegt auch ein hoher Stressfaktor. Weil ich entweder unter Aufschieberitis leide („ach….mache ich morgen!“) oder weil wir uns knechten, pausenlos zu arbeiten. Fehlt die äußere Struktur eines Arbeitgebers, dann ist unsere innere Motivation und die innere Erlaubnis nach Auszeiten und Erholung um so wichtiger.

2.)

1. Tipp: Beobachten Sie sich, wann Sie in der Regel fit und aufnahmefähig sind. Abends? Morgens? Nachmittags? Versuchen Sie Ihre Lernstunden idealerweise auf diese Stunden zu legen, und eine mögliche Berufstätigkeit so gut wie möglich an diese Phasen anzupassen. Nicht umgekehrt.

2. Tipp: Finden Sie heraus, ob Sie eher der Kreative Chaot sind, und sich lieber spontan zum Lernen hinsetzen. Oder ob Sie eher der Systematische Macher sind, der sich weit in die Zukunft verplant. Einen Gratis-Schnell-Check mit typgerechten Tipps finden Sie unter www.Kreative-Chaoten.com/selbstchecks

3. Tipp: Tragen Sie als Systematiker Ihre Lernzeiten in den Kalender ein, und lernen Sie dann wie geplant. Als Kreativer Chaot tragen Sie sich Zeitinseln ein, in denen es cool wäre, Zeit zum Lernen zu haben, und entscheiden Sie dann spontan, ob sie die eine Zeitinsel jetzt nutzen oder lieber die andere. Verstehen Sie die Zeitinseln als Schutzschild vor lästigen Aufgaben, die sonst in der Zeit zu machen wären und als Angebot, sich hinsetzen zu dürfen. Nicht als Pflicht.

4. Tipp: Tragen Sie ein paar Wochen in die Zukunft Pause-Zeiten an. Wann nehmen Sie komplett frei? Gehen raus, lassen den Kopf durchlüften? Treffen sich mit Freunden? Pausen sind wichtig, um in unsere Kraft zu bleiben. Und je erholter Sie sind, desto leichtern lernen Sie.

5. Tipp: Suchen Sie sich Gleichgesinnte, die zu den gleichen Zeiten wie Sie sich hinsetzten und lernen. Sie müssen sich dazu nicht treffen – aber zu wissen, dass eine Bekannte sich jetzt auch hinsetzt hilft, den inneren Schweinehund zu überlisten. Geben Sie sich gegenseitig kurz Bescheid, wenn Sie anfangen, und wenn Sie aufhören, das motiviert.

Experte Nr. 3 Benjamin Floer: „Plane deine Leerzeiten“

1.)

FernstudentInnen haben ähnliche Zeitprobleme wie Selbstständige, besonders wenn diese im Homeoffice arbeiten. Die meisten FernstudentInnen werden ihr Studium am Schreibtisch oder sogar Esstisch aus absolvieren. Doch zu Hause lauern viele Ablenkungen. Da liegt die ungebügelte Wäsche, es muss noch gekocht werden und das Sofa vor dem Fernseher sieht immer am attraktivsten aus, wenn gerade was ganz anderes zu tun ist.
FernstudentInnen brauchen Fokus. In meinem Studium habe ich dafür gerne Orte aufgesucht, die frei von Ablenkungen sind. Bei mir waren das, mein Lieblingscafé, die Bücherei und besonders häufig die Sauna.

 

2.)

PLANE DEINE LERNZEITEN

Neben dem Ortswechsel empfehle ich feste Studienzeiten fest zu legen und diese im Kalender einzutragen. Diese Termine sind dann verbindlich. Wenn eine dauerhafte Festlegung nicht möglich ist, kann man die Studienzeiten auch jeden Montag für die kommende Woche planen. Dabei sollte dann auch direkt festgelegt werden, werden, was wann gelernt werden soll. Je öfter man das macht, desto realistischer wird die eigene Planung. Wichtig ist bei der Planung von Lernzeiten auch den eigenen Bio-Rhythmus zu beachten. Zu lernen, wenn der Körper gerade ein Tief hat braucht unnötig viel Zeit und bringt keine guten Ergebnisse.

 

ALLEINE ODER IM TEAM?

Manch einer lernt alleine besser, andere brauchen den Austausch mit anderen. Was sich in der Uni vor Ort ganz einfach ergibt, ist für FernstudentInnen scheinbar nicht machbar. Doch man kann heutzutage prima Online gemeinsam lernen. Das sorgt nebenbei auch dafür, dass man sich an die vereinbarten Zeiten hält

 

OHNE PAUSE GEHT ES NICHT

Kein Sportler würde ohne Pause einen ganzen Tag trainieren. Er weiß, für den Muskelaufbau braucht es regelmäßige Pausen. Auch zum Lernen (Verknüpfung von Gehirnzellen) braucht das Gehirn Pausen. Dazu bietet sich die Pomodoro Methode an: 25 Minuten arbeiten, 5 Minuten Pause. Dann wieder 25 Minuten arbeiten. Anschließend 15 min Pause. In den größeren Pausen sollte man sich eine kleine Belohnung gönnen. Für die Erfüllung der Wochenziele, darf es auch eine Große sein.

 

Ich wünsche viel Erfolg im Studium.

 

Expertin Nr.4 Petra Schmidt: „Zeitmanagement ist im Grunde ein Unwort“

1.)

Zeitmanagement ist im Grunde ein Unwort, da sich die Zeit grundsätzlich nicht managen lässt – sie vergeht einfach und objektiv gesehen gleichmäßig. Insofern können wir die Zeit überhaupt nicht managen, wohl aber das bestimmen, was wir mit der uns zur Verfügung stehenden Zeit anfangen, wie wir unser „Kapital Zeit“ einsetzen. Das gilt natürlich grundsätzlich für alle Menschen, egal ob Fernstudent(in), Angestellte(r) oder Selbstständige(r). De facto wird sich ein(e) Angestellte(r) weniger frei in der Gestaltung seiner/ihrer Zeit fühlen als andere Gruppen und Fernstudent(inn)en, die neben einer Festanstellung studieren, haben sicherlich noch mehr Fixtermine – aber die Grundentscheidung, wie die Prioritäten gesetzt werden, ist die gleiche.

Klassische „Zeitmanagement“-Methoden sind für alle Gruppen gleich, hier gilt es vielmehr, herauszufinden, was für eine Methode zu welchem Menschen passt, das ist aus meiner Sicht sehr individuell. Schließlich passt auch nicht jedes Kleidungsstück jedem Menschen.

 

2.)

In meinem Zeitmanagement-Ansatz gehe ich davon aus, dass ich es immer mit Individuen zu tun habe. Insofern sehe ich nicht, dass es spezielle Techniken für eine Personengruppe gibt, sondern dass es besonders passende Methoden für einzelne Menschen gibt. Daher ist es im Coaching für mich wichtig, die Individualität jedes einzelnen Menschen zu berücksichtigen. Im Grunde weiß jeder Mensch tief innen in sich, was für ihn gut ist – nur manchmal ist dieses Wissen etwas „verschüttet“. Diesen Schatz gilt es im Coaching zu heben und dann mit passenden Methoden zu verbinden, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Ich erlebe immer wieder, wie sehr sich Menschen gerade durch klassische Zeitmanagement-Methoden enorm unter Druck setzen. Sie meinen, weil in einem Buch steht, man „müsse das nur so oder so machen“ würde es auch bei ihnen automatisch so funktionieren und geben sich dann selbst die Schuld daran, wenn das Umsetzen einfach nicht funktionieren will. Dass eine solche Selbstabwertung („ich bin zu blöd dafür“, „ich müsste nur mehr Selbstdisziplin haben“ etc.) erst recht nicht zum gewünschten Ergebnis führt, können Sie sich sicherlich vorstellen.

Whow, wenn das mal nicht viel Input und tolle Tipps sind. Ich danke allen beteiligten ExpertInen für die Teilnahme und die Hintergründe und die hilfreichen Tipps und Tricks rund ums Zeitmanagement im Fernstudium.

 

Hier noch einmal die 5 besten Tipps in einer Infografik.

Euch, meinen Lesern, wünsche ich eine besinnliche Adventszeit und viel Spaß beim Ausprobieren der Tipps. Ihr könnte auch gerne in den Kommentaren schreiben, welche Tipps euch am besten gefallen haben oder ob ihr noch eigene Tipps und Tricks habt, die ihr mit uns teilen wollt!

 

Hier sind auch noch mehr interessante Artikel meines Blogs zum Zeitmanagement im Fernstudium, zur Pomodorotechnik und das Gründen einer Mastermindgruppe.

 

Wer noch nicht genug von Zeitmanagement hat, sollte Teil der Fernrohrcommunity werden. Hier bekommt ihr nicht nur regelmäßig meine Blogposts und Informationen rund ums Fernstudium, sondern auch Zugang zu meinem Zeitmanagement-E-Book „So optimierst du dein Zeitmanagement in nur 30 Minuten!“.

 

 

 

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