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Was macht euch am meisten Angst, wenn ihr mit dem Studium anfangt und das erste Referat oder Hausarbeit ansteht?

Ja, genau: wissenschaftliche Texte lesen und verstehen!

 

Hier erkläre ich euch meine Vorgehensweise, wenn ich mich an einen unbekannten wissenschaftlichen Text mache. Und diese Schritte gehe ich auch durch, wenn ich fachfremde Texte lesen muss.

 

 

1.) Das Was/Wie/Wo/Wer?

Die erste Frage ist immer: Was für ein Text liegt hier vor? Was sagt mit der Titel? Wer hat es geschrieben? Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Dokumenten? Und am Wichtigsten: Was möchte ich mit diesem Text machen? Brauche ich

Hier am Beispiel zweier Fachartikel:

a) Mürner, Christian, and Udo Sierck. „Der lange Weg zur Selbstbestimmung. Ein historischer Abriss.“ Handbuch Behindertenrechtskonvention. Teilhabe als Menschenrecht–Inklusion als gesellschaftliche Aufgabe (2015): 25-37.

– Buchkapitel aus einem Buch namens „Inklusive Kirche“

– Bezug auf die UN Behindertenrechtskonvention

– Heiner Bielefeldt ist Professor in Erlangen zum Thema Menschenrechte und Menschenrechtspolitik

b) Bielefeldt, Heiner. „Inklusion als Menschenrechtsprinzip: Perspektiven der UN-Behindertenrechtskonvention“. Inklusive Kirche, Behinderung, Theologie, Kirche (2011): 65–79.

Buchkapitel aus einem Buch namens „Handbuch Behindertenrechtskonvention“

– Thema der Historie der Selbstbestimmung der Behinderten von der Antike bis zu den neuen rechten der Jetztzeit

– Christian Mürner ist Autor und Behindertenpädagoge; , Udo Sierck ist Autor und Dozent zum Thema Behindertenpolitik und selber behindert

Das Fazit:

a.) Gemeinsames Thema sind die Rechte der Behinderten

b.) Es handelt sich jeweils um Buchabschnitte bzw. Kapitel aus Fachbüchern

c.) Das erste Buch behandelt eher den theoretischen Hintergrund der Konvention vor dem Hintergrund von soziologischen, juristischen und politischen Konzepten. Das zweite Buch ist ein historischer Abriß über die Entwicklung der Selbstbestimmung der Behinderten.

d.) Die Autoren sind bunt gemischt, aber alle drei sind Fachautoren mit sehr gutem Hintergrundwissen über Behinderte.

 

2.) Der erste (Lese-)Durchgang!

Bleistift und Textmarker nehmen und Texte durcharbeiten. Interessante und wichtige Stellen farbig markieren. Fragen und Anmerkungen an den Rand des Textes schreiben. Auch Worte oder Konzepte, die nicht verstanden werden, sollten markiert und jetzt (Wörter) oder später (Konzepte) nachgeschlagen werden.

Gerne auch einen leeren Zettel oder Notizblock für alle Fragen oder Gedanken, die einen beim Lesen durch den Kopf gehen, aufschreiben zu können. Keine Anmerkung oder Frage ist zu dumm, um sie aufzuschreiben. Schließlich werden die Professoren diesen Zettel nicht sehen können 😉

 

3.) Nachschlagen, recherchieren und Verstehen!

Unbekannte Wörter oder Konzepte nachschlagen, z.B. unter Wikipedia, Duden.de oder (Online-)Fachwörterlexika. In PDF-Dokumenten kann man übrigens auch Wörter suchen!

Auf jeden Fall sollten zu den Ergebnissen Notizen gemacht werden oder die Suchergebnisse ausgedruckt werden.

 

4) Der zweite Durchgang!

Den Text mit dem Hintergrund der letzten Suche noch einmal durchlesen. Gerne wieder anstreichen und Kommentare hinzufügen. Kommentare und Seitennotizen sind ziemlich unterschätzt und helfen dir auch nach einige Wochen oder Monaten den Text in einigen Minuten einzuschätzen und die Aussagen zu verstehen.

 

5.) Eigene Worte finden oder Paraphrasieren!

Jetzt geht es ans Paraphrasieren. Da geht es darum, die Kernaussagen der Texte in eigenen Worten zusammenzufassen. D.h. du nimmst alle angestrichen Stellen der Dokumente und einen Zettel und fasst die Sätze selber zusammen. So dass du alle Wörter ohne Nachschlagen verstehen kannst und diese Zusammenfassung später in der Prüfung benutzen kannst.

 

6.) Gut organisiert ist besser als verzweifelt gesucht!

Zu guter Letzt gebe ich dir den Tipp alle Texte inkl. aller Notizen zu abzuheften und evtl. in einem Literaturverwaltungsprogramm, z.B. Zotero oder Citavi, zu speichern.

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